Herz-Diagnostik (Coronarkalk-Screening, CT-Angiographie, Kardio-MRT)

Herzerkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Nahezu jeder Herzinfarkt ist Folge einer Arterio­sklerose (Verschluss) der Herzkranzgefäße. Die Verkalkung der Herzkranzgefäße (Koronarien) kann zu spontanen Herzattacken bzw. einem Herzinfarkt führen. Besonders gefährdet sind Männer über 45 und Frauen über 55 Jahre mit Ri­sikofaktoren wie niedriger HDL- bzw. ein hoher LDL-Cholesterinspiegel, familiäre Häufung von Arteriosklerose, Diabetes, Rauchen, Übergewicht oder Bluthoch­druck.

Durch eine Kardio-Computertomographie (Kardio-CT) können lange vor dem Auftreten konkreter Symptome bereits kleinste Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen entdeckt und entsprechende therapeutische Maßnahmen frühzeitig eingeleitet werden.

Die Kardio-CT stellt eine risikoar­me, schnelle und für den Patien­ten angenehme Methode zur Einschätzung des persönlichen Herzinfarktrisikos dar. Mittels ultraschneller Spiral-Computertomographie können Verkalkun­gen der Herzkranzgefäße am bewegten Herzen dargestellt und örtlich wie mengenmäßig beschrieben werden.

In kürzester Zeit liegt das Untersuchungsergebnis vor, das Rückschlüsse auf Ihr persönliches Herzinfarktrisiko zulässt. Anhand des sogenannten Kalkscores ist erkennbar, ob Ihre Herzkranzgefäße noch gesund oder schon durch Arterio­sklerose krankhaft verändert sind. Studien haben gezeigt, dass die Ermittlung des Kalkscores eine viel genauere Risikoeinschätzung ermöglicht als beispielsweise das Cholesterin im Blut.

Insbesondere bei Patienten mit Bypässen sowie zur Thera­piekontrolle nach Aufdehnung eines verengten Herzkranzgefäßes mit Hilfe eines Ballons oder auch bei Patienten mit Gefäßplastiken (Stents) kann die Kardio-CT vielfach eine Herzkatheter-Untersuchung ersetzen. Im Rahmen einer CT-Angiographie werden hierbei die Herzkranzgefäße dreidimen­sional dargestellt, wodurch mögliche Behinderungen des Blut­flusses exakt bestimmt werden können.

Die Kardio-Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT) ermöglicht es uns, mithilfe eines starken Magnetfeldes Bilder und Filmaufnahmen des Herzens in hoher Qualität und ohne Strahlenbelastung herzustellen. Wir untersuchen beispielsweise, ob entzündliche oder infarktbedingte Herzmuskelschäden, angeborene Herzfehler oder Durchblutungsstörungen des Herzmuskels durch verengte Herzkranzarterien vorliegen. Letztere Diagnose stellen wir durch eine so genannte Stress-MRT-Untersuchung. Alle Untersuchungen führen wir ambulant durch.

Informationen zur Kardio-CT

Untersuchungsablauf

Mit den ultraschnellen Computertomographen der neuesten Generation ist die Untersuchung kurz und angenehm (dauert weniger als 10 Minuten in bequemer Liegeposition). Um die Bildqualität zu garantieren, muss der Patient vor der CT alle Gegenstände, die Metall enthalten, entfernen. Ohne tatsächliche Eingriffe kann man auf dem Bildschirm in Ihren Körper blicken. 
Zur reinen Koronarkalkmessung benötigen Sie kein Kontrastmittel. Häufig ist aber die zusätzliche Darstellung der Herzkranzgefäße (CT-Angiographie) sinnvoll, bei der ein jodhaltiges Kontrastmittel in geringer Menge in eine Arm- oder Handvene gespritzt wird.
Die CT-Angiographie führen wir durch in Kooperation mit Dr. med. Johannes Behrentelg, Chefarzt am Kreiskrankenhaus Sinsheim.

Bei Interesse berät Sie einer unserer Ärzte unverbindlich zum konkreten Nutzen der Untersuchung für Sie und Ihre individuelle Risiken. Bitte sprechen Sie uns an!

Wer trägt die Kosten für die Untersuchung?

Aus medizini­scher Sicht ist eine Kardio-CT Untersuchung als primäres diagnostisches Verfahren nach neuesten Empfehlungen der Fachgesellschaften sowie als Präventionsmaßnahme in vielen Fällen sinnvoll.

Während die gesetzlichen Krankenkassen die alleinige Un­tersuchung der Herzkranzarterien noch nicht erstatten können (es gibt hierfür derzeitig noch keine Abrechnungsziffern im einheitlichen Bewertungsmaßstab EBM), ist jedoch die Kostenerstat­tung durch einige private Krankenversicherungen schon möglich - bitte setzen Sie sich ggf. mit Ihrer privaten Krankenkasse und mit uns in Verbindung.

Sollten Sie im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein, möchten wir Sie bzw. Ihren überweisenden Arzt bitten sich mit uns direkt in Verbindung zu setzten.

    Informationen zur Kardio-MRT

    Untersuchungsablauf

    Bitte finden Sie sich für diese Untersuchung ca. 30 Minuten vor dem Untersuchungsbeginn in der Praxis ein. Damit wir aussagekräftige Bilder für Ihre Diagnose erhalten, bekommen Sie von unserem Personal Atemanweisungen während der Untersuchung. Diese dauert ca.45 Minuten. Menschen, die in engen Räumen zu Angstgefühlen neigen, empfinden den Aufenthalt im MRT-Gerät oft als unangenehm. Falls Sie ähnliche Problem haben, sprechen Sie bitte vor der Untersuchung mit dem anwesenden Arzt. 

    Was passiert bei der Stress-MRT-Untersuchung?

    Durch eine Stress-MRT-Untersuchung lassen sich Durchblutungsstörungen des Herzens (Ischämie) besonders zuverlässig nachweisen. Wir setzten das Herz dabei einer kontrollierten Belastung aus – ähnlich wie bei einem Belastungs-EKG. Um diese auszulösen, erhalten Sie von uns ein Medikament (Dobutamin oder Adenosin). Hierdurch beschleunigt sich der Puls künstlich; ein Vorgang, den manche Patienten als unangenehm empfinden. Dabei überwacht unser Personal den Kreislauf und ihre Herzfunktion kontinuierlich. Nach Ende der Belastung lässt die Wirkung des Medikamentes rasch nach.

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